Echtheitsmerkmale der Freimarken und
Unterscheidung der Nachdrucke
Der Wert zu 3 Schillinge, dunkelultramarin auf mattrosa
Wie in den Vorbemerkungen zum Kapitel beschrieben, übernehme ich für diesen Handbuchteil Texte und Bilder aus dem Forum stampsX. Erkennbar sind die Bilder an den angegebenen Bildrechten [HoKra], die Textpassagen zu diesen Bildern sind ebenfalls von dort übernommen.
Aufbau eines Bogens und Feldmerkmale

Der Bogen besteht aus zwei übereinander angeordneten Teilbogen.
Die Umdruckblöcke sind regelmäßig aufgenadelt. Breitere Abstände und doppelte Trennungslinien lassen die Marken meist nur in der senkrechten Zusammensetzungslinie erkennen.
Zahlreich vorhandene Schmierungen sind auffällig. Eine Ursache sieht Hugo Krötzsch darin, dass der frisch umgedruckte Originaldruckstein möglicherweise über Nacht unbedeckt gelegen hat und sich Staub und andere Verunreinigungen absetzen konnten. Besonders in den kräftiger gedruckten Bogen erscheinen eine große Anzahl der Marken mit verschmierten Wappen und Wappenuntergrund. Die in bestimmten Blocks zu sehenden blauen Striche könnten dabei durch Abdrücke von Haaren verursacht worden sein.
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Der 9. Umdruckblock der Nr. 4 [HoKra] |
Feldmerkmale im Umdruckblock
Alle 1. Marken
Zwei an der Einfassungslinie rechts oben unterhalb von "GE" in "SCHILLINGE" anliegende kleine Striche,
farbiger Punkt mitten im "H" von "SCHILLINGE"
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Alle 7. Marken
Ein feiner, schräger Strich im "H" in "SCHILLINGE", mit dem unteren Ende in halber Höhe nach außen,
kleiner Strich rechts unten im linken unteren Wertzifferkästchen,
links von der "3" im linken oberen Wertzifferfeld ein Fleck,
"L" von "LHPA" oben angeschrägt und mit Strich
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Alle 9. Marken
Unter der rechten unteren Wertziffer linksseitige starke Verschmierung der Einfassungslinie,
in den meisten Umdruckblöcken zusätzlich zwei kleine Spitzen am unteren Ende der Wertziffer „3“
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Alle 10. Marken
Trennlinie links zwischen Ornament und der"3" im unteren Wertzifferfeld links gespalten,
Strich links vom oberen linken Ornament am Markenrand
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Unterscheidung von Original und Nachdruck
Originalmarke mit den wichtigsten Echheismerkmalen
1. Farbe: blau auf rosa Papier
2. Rechter Abstrich des „M“ in „POSTMARKE“ durch Strichelchen getrennt
3. Strich im Kettenglied über dem ersten „L“ von "SCHILLING"
4. Mehr oder weniger ausgeprägter Punkt über dem "R" von "DREI" das Markenbild berührend
5. Oberhalb des zweiten "E" von "BERGEDORF" ein mehr oder weniger deutlicher Punkt.
6. Saubere Wellenlinien
![]() Originale Marke Bergedorf Nr. 4 [HoKra] |
Jean-Baptiste Moens erstellte von der Bergedorfmarke Nr. 4 Nachdrucke in drei Auflagen, 1872, 1887 und 1888.
Nachdruck von 1872
1. Farbe: blau auf violettem Papier
2. Rechter Abstrich des „M“ in „POSTMARKE“ nicht abgetrennt
3. Adlerkopf teilweise hell
4. Zerrissene Wellenlinien
5. Blauer Strich im oberen Bereich der Inschrift "SCHILLINGE" im Bereich "SCHIL"
![]() Nachdruck von 1872 [HoKra] |
Nachdruck von 1887
1. Unverwechselbare Farbe: blau auf rotviolettem Papier
2. Rechter Abstrich des „M“ in „POSTMARKE“ nicht abgetrennt
3. Wellenlinien noch unklarer
4. Adlerkopf teilweise hell
![]() Nachdruck von 1887 [HoKra] |
Nachdruck von 1888
1. Farbe: blau auf blassviolettem Papier
2. „C“ mit Fortsatz in Richtung auf die linke untere Wertziffer
3. Wellenlinien kaum noch sichtbar
4. Rechter Abstrich des „M“ in „POSTMARKE“ nicht abgetrennt
5. Adlerkopf teilweise hell
![]() Nachdruck von 1888 [HoKra] |