II.1. Der Bergedorfer Amtsbote

 

Die Reihefuhre

Aufgrund seiner Lage war Bergedorf schon sehr früh von überregionalen Posten berührt (siehe auch vorheriger Abschnitt), aber diese waren nur wenig an den Bedürfnissen der Menschen im Amt Bergedorf ausgerichtet. Diesen Bedürfnissen entsprach schon mehr eine fahrpostähnliche Einrichtung, die so genannte Reihefuhre.
Bergedorfer Bürger führten – durch die Amtsverwaltung gesondert privilegiert – mit ihren Fuhrwerken regelmäßige Fahrten zwischen Bergedorf und Hamburg durch. Dabei fuhren die Beteiligten in festgelegter Reihenfolge – daher der Name „Reihefuhre“. Diese Einrichtung bestand schon gegen Ende des 17. Jahrhunderts.

 

In Hamburg hatten die Reihefahrer ein Absteigequartier im Gasthaus „Bergedorfer Haus“ in der Steinstraße einge‐ richtet. Später sollte sich dieses Gasthaus zu einer Art Bergedorfer Postamt in Hamburg entwickeln. Privilegierter Fahrgast dieser Fahrposteinrichtung war nach 1739 der „Amtsbote“.

 

Die Bergedorfer Amtsboten-Post

Zur Verbesserung der postalischen Versorgung richtete das Amt Bergedorf auf Beschluss der Visitation 1739 die Stellung eines „Amtsboten“ ein. Der Amtsbote (und von ihm Angestellte) hatte sowohl die amtliche Post – daher der Name – wie auch die Privatpost der Bürger vor allem zwischen Bergedorf und Hamburg zu besorgen.
Auch der Amtsbote richtete sich im „Bergedorfer Haus“ in der Steinstraße seine Hamburger „Außenstelle“ ein, dessen Wirt als Angestellter des Amtsboten Post entgegennahm und weiterleitete (s. entsprechenden Posteinlieferungsschein).
Die Tätigkeit der Amtsboten-Post wurde während der Franzosenzeit nur in der Zeit von 1811–1813 unterbrochen, als Bergedorf und die Vierlande direkt Teil des französischen Kaiserreiches wurden.
Die Amtsboten-Post wurde mit der Einrichtung der Beiderstädtischen Post am 31.3.1847 eingestellt. Letzter Amtsbote war Johann Christopher Lange (Amtsbote von 1825–1847). Das Lokal der Amtsboten-Post war in der Großen Straße. Weitere Details zur Bergedorfer Amtsboten-Post findet sich in einem eigenen Kapitel im Handbuch.

 

BAP PS 1 Postschein

BAP PS 1 Postschein ́Wirth im Bergedorfer Hause ́  [Huys,II S.20]

 

BEWERTUNGEN

 

1821 (ca.) Postschein der Hamburger "Filiale"

BAP PS 1gedruckes Formular ´Wirth im Bergedorfer Hause´1.500,-

 

184o Stempel der Bergedorfer Amtsboten-Post

BAP 1Ovalstempel ´BAP´ Type 1, ohne Punkte 600,-
BAP 2Ovalstempel ´B.A.P.´ Type 2, Punkte hinter jedem Buchstaben300,-

 

1846 Kombination ´B.A.P.´ Stempel mit ´B.L.P.A.´ der Reppenhagenschen Landpost

BAP 3Ovalstempel BAP 2 als Aufgabestempel und Achteckdoppelrahmenstempel als zweitem StempelNN

 

 BAP 1 Type 1 - ohne Punkte hinter den Buchstaben

BAP 1 Type 1 - ohne Punkte hinter den Buchstaben

 

 BAP 2 Stempeltype 2 - mit einem Punkt hinter jedem Buchstaben

BAP 2 Stempeltype 2 - mit einem Punkt hinter jedem Buchstaben

 

 BAP 3 Stempeltype 2 mit Landpoststempel  ́B.L.A.P. ́ als zweitem Stempel

BAP 3 Stempeltype 2 mit Landpoststempel  ́B.L.A.P. ́ als zweitem Stempel