1868 druck des unverausgabten neuen 4-ScHillinge-Wertes vom Urstein
In diesem Abschnitt wird der 4-Schilling-Wert behandelt, der auf dem Urstein unten links angeordnet ist und im nachfolgenden Bild als Ausschnitt eines Abzugs vom Urstein gezeigt wird.
Zur Motivation dieses Markenbild auf dem Urstein gibt Hugo Krötzsch im "Handbuch der Postfreimarkenkunde Altdeutsche Staaten" [Krtz1] Seite 46 Auskunft:
| | Es sei hier gleich mit erwähnt, dass im Jahr 1866 die Bergedorfer Postverwaltung in Erfahrung gebracht hatte, dass die von ihr verausgabten Marken in Hamburg gefälscht würden. Die Postverwaltung beschloss daher, neue Markenbilder auszugeben. Fig. 4 veranschaulicht den von Ch. Fuchs gelieferten Entwurf, welcher direkt auf den alten Originalstein ... gezeichnet wurde [Anstelle des kleinen Bild aus dem Krötzsch siehe Bild oben], und die Münzbezeichnung des 4 SCHILLINGE-Wertes in "SCHILLING" (statt bisher "SCHILLINGE") angiebt. Der Entwurf war auch von der Postverwaltung angenommen worden, die Ausführung unterblieb jedoch wegen Ausbruch des preussisch-österreichischen-Krieges. Demnach fällt die Herstellungsperiode dieses Entwurfs in die erste Hälfte des Jahres 1866. Probedrucke von dem 1866er Entwurfe sind auf weissem Papier nach Moens-Katalog 1893 in folgenden Farben bekannt: grün, grüngelb, blau, rot, orange, und braunviolett. Diese Probedrucke sind jedoch nicht 1866 von Charles Fuchs geliefert, sondern von Moens nach der Erwerbung des Originalsteins [Urstein] im Jahre 1868 in kleiner Auflage veranlasst worden - es sind demnach Essay-Neudrucke, welche Moens in "Le Timbre Poste" 1895, S. 12, I. Spalte (vgl. "Deutsche Brfm.-Ztg." März 1895, S. 81, II. Spalte) in folgenden Ausführungen aufzählt:a) auf weissem chinesischen Papier4 Schilling schwarz, b) auf glattem, weissen Papier 4 Schilling blau, rot, grün, zinnoberrot, violettbraun.Die kleinen Abweichungen in der Farbbezeichnung dürfte von Moens (a. a. O. O. [an der oben bereits angeführten Stelle]) versehen sein - ein altes ewig wiederkehrendes Übel, welches allenthalben den Farbbezeichnungen anhaftet. Auffällig ist nur, das Fehlen der "grüngelben" Drucke der älteren Aufstellung in der jüngeren Aufzählung. | |
Dabei ist Folgendes zu bedenken: Krötzsch nennt zu diesem Sachverhalt keine weiteren Quellen, und bei den Angaben von Moens ist stets zu berücksichtigen, dass er nicht nur Philatelist, sondern auch Händler war. Auch Karl Knauer, der ein sehr weitreichendes Quellenstudium betrieben hat, fügt hier keine weiteren Erkenntnisse hinzu.Die oben unter a) genannten Drucke werden heute den Abzügen vom Originalstein (UA, Einzelmarke aus Ursteinabzug) zugeordnet.
*) Bildquelle [MPT]
Eine eindeutige Bestimmung, ob es sich hierbei um einen Neudruck oder einen Nachdruck handelt, beziehungsweise ob überhaupt ein Essaydruck vorliegt, ist nicht möglich. Gedruckt wurde vom originalen Druckmaterial, ohne Herstellung von Bogen, wodurch der Charakter eines Essaydrucks entsteht. In Anlehnung an Hugo Krötzsch wird daher hier die Bezeichnung Essay-Neudruck übernommen.
1868 Essay-Neudruck, neues 3. Bergedorfer Wappenbild, Entwurf Ch. Fuchs Hamburg, gedruckt in Brüssel, in verschiedenen (7) Farben auf graustichigem Papier, ungummiert